Weniger Wohnraum – höhere Mieten
2008-09-18 10:14:16 - Bauen-Wohnen.Net
Die Mieten in Deutschland steigen wieder. Besonders tief in die Tasche greifen müssen diejenigen, die Altbauwohnungen in guten Wohnlagen der deutschen Großstädte beziehen wollen. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen hier die Mieten um 2,6 Prozent gegenüber 0,7 Prozent für Altbauwohnungen in guten Wohnlagen insgesamt. Das zeigt eine detaillierte Auswertung des Wohn-Preisspiegels 2007/2008 des Immobilienverbands Deutschland (IVD), der bundesweit die Miet- und Kaufpreise in 370 deutschen Städten untersucht hat.
Unabhängig vom Baufertigstellungsalter verzeichneten im vergangenen Berichtsjahr Wohnungen mit guter Ausstattungsqualität einen überdurchschnittlich hohen Preisanstieg. „Zudem werden gut sanierte Altbauten nach wie vor stärker nachgefragt als Neubauten. Daher haben insbesondere Altbauwohnungen in Städten mit über 300.000 Einwohnern überdurchschnittliche Mietsteigerungen zu verzeichnen“, sagt Jürgen Michael Schick, Vizepräsident und Sprecher des IVD. „Vor dem Hintergrund, dass die Baugenehmigungen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken sind, ist davon auszugehen, dass die Mieten vor allem in den Großstädten weiter steigen werden und die Nachfrage nach Altbauwohnungen weiter zunehmen wird.“ Von einer tatsächlichen Knappheit könne allerdings noch nicht gesprochen werden.
Im Bereich der Neubauwohnungen war der Mietpreisanstieg laut IVD-Preisspiegel stärker ausgeprägt als in den Vorjahren – rund ein halbes Prozent im Bundesdurchschnitt, wobei in Großstädten jedoch Steigerungsraten von ein bis zwei Prozent zu verzeichnen sind. Die Mieten für Neuvertragswohnen sind in allen Segmenten und Städtegrößen gestiegen. Ein Zehnjahresvergleich des IVD zeigt, dass die Nettokaltmieten für eine durchschnittliche Wohnung heute statistisch um etwa fünf Prozent höher liegen als 1997. Spitzenreiter ist München mit einer Steigerung von zehn Prozent, gefolgt von Frankfurt (acht Prozent) und Berlin (fünf Prozent). Die Städte Hamburg, Köln und Düsseldorf liegen mit ihren heutigen Nettokaltmieten knapp unter dem Niveau von 1997.
Die Entwicklung insgesamt stützte die These des IVD, so Schick, dass insbesondere in Metropolen und Ballungsräumen die weiterhin wachsende Lücke zwischen Neubaubedarf und tatsächlichem Neubau mittelfristig zur einer Verknappung von Wohnraum und damit zu weiteren, teils deutlichen Mietsteigerungen führen werde, wenn die Bundesregierung nicht die notwendigen Maßnahmen für eine Trendwende ergreife. (News-Reporter.NET/as)





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