2011 erstmals wieder mehr Verkehrstote
6. Jul 2012 - Auto-Reporter.NET
4.009 Menschen verloren 2011 im Straßenverkehr ihr Leben. Damit wurde laut Statistischem Bundesamt (Destatis) der seit 20 Jahren andauernde Trend sinkender Zahlen der Verkehrstoten erstmals gebrochen. Insgesamt waren im vergangenen Jahr 361 Personen oder 9,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor ums Leben gekommen. Auch die Zahl der Verletzten stieg im Jahr 2011: Es wurden 10,2 Prozent mehr Verkehrsteilnehmer schwer und 4,8 Prozent mehr leicht verletzt.
Von der Polizei wurden im vergangenen Jahr insgesamt 2,36 Millionen Verkehrsunfälle registriert, 2,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Abgenommen hat allein die Zahl der ausschließlichen Sachschaden-Unfälle (-3,2 % auf 2,06 Mio.). Die Unfälle, bei denen Menschen zu Schaden kamen, nahmen dagegen um 6,2 Prozent auf knapp 306.300 zu. Zu dieser Entwicklung des Unfallgeschehens im Jahr 2011 dürften die sehr unterschiedlichen Witterungsbedingungen in den letzten beiden Jahren beigetragen haben.
Landstraßen am unfallträchtigsten
Die meisten Verkehrsteilnehmer (60,9 %) starben auf Landstraßen außerorts. Auf diesen Straßen stieg auch die Opferzahl im Jahr 2011 (+10,6 %) am stärksten an. Erfreulicherweise kamen nach dem Anstieg im Jahr 2010 im vergangenen Jahr wieder weniger Kinder unter 15 Jahren im Straßenverkehr ums Leben (86 Kinder, -17,3 %). In allen anderen Altersgruppen gab es mehr Todesopfer zu beklagen. Die Zahl der tödlich verunglückten Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren stieg um 14,9 Prozent (116). Um fast den gleichen Prozentsatz (+14,7 %) auf 1.044 Personen nahm die Zahl der getöteten älteren Menschen ab 65 Jahren zu.
Deutlich mehr verunglückte Fußgänger und Motorradfahrer
Im Vergleich zum Vorjahr verloren im Jahr 2011 deutlich mehr Fußgänger (+ 29,0 %) und Motorradfahrer oder -mitfahrer (+11,5 %) ihr Leben im Straßenverkehr. Von den 614 getöteten Fußgängern war jeder zweite 65 Jahre oder älter. Bei den tödlich verletzten Motorradbenutzern gab es mit 49,6 Prozent den stärksten Anstieg bei den 25- bis 34-Jährigen.
Mehr Alkohlunfälle mit Todesfolge
Erstmals seit 2002 ist die Zahl der Todesopfer bei Alkoholunfällen wieder angestiegen (400/+17,0 %). Damit starb jeder zehnte Verkehrstote bei einem Alkoholunfall. „Nicht angepasste Geschwindigkeit“, die im Jahr 2010 noch das häufigste Fehlverhalten darstellte, lag im Jahr 2011 nur an dritter Stelle aller Unfallursachen. Die absolute Zahl von Unfällen wegen nicht angepasster Geschwindigkeit ist im Jahr 2011 zurückgegangen. Dennoch gab es 7,1 Prozent mehr Tote bei diesen Unfällen. Knapp 40 Prozent aller Unfalltoten des vergangenen Jahres gehen auf zu hohe Geschwindigkeit eines Unfallbeteiligten zurück. (Auto-Reporter.NET/sr)






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