Jeder Dritte riskiert gefährlich langen Schmerzmitteleinsatz
12. Aug 2009 - Gesundheits-Reporter.Net
Jeder Dritte würde Schmerzmittel bei Bedarf länger einnehmen als empfohlen und sich damit Gesundheitsgefahren aussetzen. Das hat eine aktuelle Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK) ergeben. 17 Prozent der Befragten hatten bereits Erfahrung mit einem überlangen Schmerzmittelkonsum. Weitere 15 Prozent gaben an, dass sie die empfohlene Einnahmehöchstdauer bei Bedarf überziehen würden. Offensichtlich ist den Menschen nicht bewusst, dass die meist frei verkäuflichen Schmerzmittel bei einer zu langen Einnahme erhebliche Gesundheitsgefahren mit sich bringen, so die Apothekerin Damra Saric von der TK.
Die häufig verwendeten Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Ibuprofen sollten beispielsweise ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht häufiger als zehn Tage im Monat angewendet werden. Bei Paracetamol kann beispielsweise eine zu lange Einnahme zu schweren Leberschäden und eine Überdosierung zum Tod führen, erklärte Saric. Ibuprofen und ASS könnten gefährliche Magenblutungen auslösen. Außerdem gebe es einen paradoxen Effekt: Bei langfristiger Einnahme riefen die Mittel selbst Kopfschmerzen hervor.
Besonders bedenklich waren die Umfrageergebnisse bei den jüngeren Befragten. In der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen hat mit 23 Prozent fast jeder Vierte bereits Schmerzmittel länger benutzt als empfohlen. 18 Prozent waren laut Umfrage zwar noch nicht in dieser Situation, aber im Fall von Schmerzen würden sie die Mittel auch länger als empfohlen nutzen. Die TK-Apothekerin sagt: Darin zeigt sich ganz klar eine größere Risikobereitschaft der jüngeren Befragten, aber vermutlich steckt hinter dem Umfrageergebnis auch einfach ein fehlendes Wissen über die Gefahren von Schmerzmitteln. Nur so kann sie sich auch die Angaben der Befragten zu ihrem eigenen Schmerzmittelkonsum erklären. 13 Prozent und damit jeder achte Befragte nimmt regelmäßig Schmerzmittel, sechs Prozent sogar täglich.
TK-Versicherte können im TK-Ärztezentrum Informationen zu Schmerzmitteln und anderen Medikamenten erhalten. Unter 0 18 02/64 85 64 beantworten dort Ärzte an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr alle Fragen zum richtigen Einsatz von Arzneimitteln. (News-Reporter.NET/SV)






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