Ford überrascht die automobile Welt

24. Jul 2010 - Auto-Reporter.NET

Heute kann er wieder lachen: Ford-Chef Alan Mulally hat das Unternehmen durch die Talsohle manövriert. Ohne Staatshilfe. Jetzt schreibt Ford kräftige Gewinne und ist in der Lage, seine Schulden zügig zu tilgen. Foto: auto-reporter.net
 

Ford schreibt seit einem Jahr wieder Gewinne und lieferte das fünfte schwarze Quartal in Folge ab. 2,6 Milliarden US-Dollar (2,0 Mrd. Euro) blieben dem Konzern im zweiten Quartal 2010 in der Kasse. Im Vorjahresquartal wurde zwar auch ein Plus von 2,3 Milliarden Dollar ausgewiesen, doch mussten dazu Umschuldungen vorgenommen werden. Das eigentliche Tagesgeschäft war ein Minusgeschäft.

In diesem Jahr sei jeder einzelne Bereich des Autogeschäfts profitabel und habe sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert, teilte der Autobauer jetzt stolz mit. Die boomenden Autoverkäufe bescherten dem Unternehmen nicht nur einen erneuten Milliardengewinn, sondern auch den höchsten Halbjahresprofit seit Langem. Die Branche ist überrascht.

Der Umsatz des Konzerns, inklusive der inzwischen nach China verkauften Tochter Volvo, stieg um 31 Prozent auf 35,0 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr hat der Autobauer auf dem Heimatmarkt um 28 Prozent und damit fast doppelt so stark zugelegt wie der Markt insgesamt. Ford-Chef Alan Mulally ist optimistisch, dass die guten Geschäfte anhalten; für 2011 erwartet er noch bessere Ergebnisse. Allerdings dämpfte er zugleich die Hoffnung, dass das Wachstumstempo im zweiten Halbjahr beibehalten werden könnte. Die in diesen Zeitraum fallenden Sommerferien drücken erfahrungsgemäß auf die Umsätze.

Der US-amerikanische Autobauer Ford, in den vergangenen Jahren wie seine heimischen Mitspieler GM und Chrysler stark von der weltweiten Finanzkrise gebeutelt, hatte den Alleingang gewagt und hat ihn bestanden. Anders als die beiden anderen der ehemals Großen Drei, die 2009 kurzzeitig in der Insolvenz und damit unter dem Staatsschirm ihr Heil suchten, boxte sich Ford allein durch. Schloss Werke, entließ Mitarbeiter in großem Stil und trennte sich von allem unnötigen Ballast, um sich über die größte Krise der Firmengeschichte zu retten. In dem Zuge wurden Marken wie Jaguar, Land Rover und kürzlich auch Volvo verkauft. Bei Mercury zog Ford den Stecker komplett. Um Geld zum Überleben aufzutreiben, belieh das Unternehmen ein Großteil seiner Vermögenswerte, dazu gehörte auch das Markenzeichen, die legendäre Ford-Pflaume.

Ford-Chef Mulally trimmte den traditionellen Autobauer auf Effizienz. Von den Werken bis hin zu den Produkten kam alles auf den Prüfstand. Zeitgemäße, sprich sparsamere Autos sind heute angesagt. Dazu zählen nicht zuletzt auch Fahrzeuge aus Europa: Focus und Fiesta sind jetzt auch beim Ford-Händler in den USA zu finden. (auto-reporter.net/Angelika Riedel)

 
 
 

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